Hier noch eine Kurzfassung von den Erlebnissen hier in Indien. Nach 18h Busfahrt von Delhi war ich ploetzlich in der Schweiz. Berge, Fluesse, Kanten und Ecken. Nur die Leute waren halt immer noch anders. Und den Namen Manali wuerde man auf der Schweizer Karte wohl auch vergeben suchen.. Aber die Leute waren in vielen Hinsichten anders – Touristenplatz. Zur Abwechslung ist man nicht so aufgefallen, konnte ruhig in den Strassen gehen und wurde am Abend von Filmen, Konzerten, Bars und Parties unterhalten. Es war super erholsam.
Wie in der Schweiz bin ich dort auch wandern gegangen. 3 Tage mit einem Bergfuehrer-Koch und 2 Traegern (der eine mit Gummilatschen und einer grossen Metallkiste auf dem Ruecken, wo die ‘Kueche’drin war, der andere mit grossem Rucksack und Turnschuhen. Ich mit meinen Wanderschuhen – und war heilfroh um diese). Es ging hoch bis auf 4000m, wo wir zum Sieg ein Bad in einem heiligen See genommen haben, trotz Regen und Schnee um uns herum. Eindruecklich war, dass die Landschaft auch auf 3000m noch total gruen ist, mir aber dann doch ein bitzeli schwindlig geworden ist vom Hoehenunterschied. Get high in the mountains – jetzt weiss ich, was das eigentlich heissen soll. Man braucht nur schnellgenug in die Hoehe zu gehen und das High stellt sich gratis ein.
Die Wanderung war eine schoene Abwechslung vom sonstigen Indien, Natur pur, kein Gehupe, keine Leute, die irgendwas verkaufen wollen, kein Abfall. Kuehe, Pferde und Schafe hatte es immer noch, aber in einem erheblich besseren Zustand als man sie in Delhi sieht (logischerweise).
Als ich zurueck nach Manali kam, war auch Dani dort und wir haben uns zusammen in Manali unterhalten, bevor er weiter nach Dharmsala ging und ich weiter in den Norden nach Keylong, um noch die andere SEite des Tals zu sehen, wo der Monsun nicht hinkommt und alles viel felsiger ist. Ich war alleine dort, und das war gut so. Im Norden scheinen die Leute ein bisschen anders unterwegs zu sein als im restlichen Indien..
Danach gings wieder zurueck nach Manali und von dort per Bus nach Delhi und von dort per Bus nach Jaipur – the pink city. War schoen, sehr heiss nach dem kuehlen Norden, indisch, aber witzig. Wir hatten lustige Begegnungen mit Riksha-fahrern und sonstigen gute Witze reissenden Indern. WIr waren am Anfang ganz verwirrt ob all diesen Spruechen.
(Leider war es oft Situationskomik und drum schwer zu wiedergeben hier… ) Und immer wieder: you happy, me happy.
Jetzt habe ich noch meine letzten Tag in Delhi. Dani ist noch einmal vorbeigekommen, letzte Einkaeufe wurden getaetigt und die Nervositaet steigt langsam. Indien zu verlassen faellt mir nicht so schwer. Was ich vermissen werde ist das internationale Leben, das Essen, die Mangos, die Veloriksha-fahrten, das Chaos, manchmal vieleicht sogar das Feilschen. Was ich nicht vermissen werde ist das stetige nach dem Namen und Land gefragt werden, das Gehupe, das Ewige auf der Hut sein, die gespaltene Rolle als Frau und Auslaenderin, Leute, die nicht zuhoeren, was man gerade gesagt hat (in der Tat ein Problem in der Kommunikation mit vielen Indern)…
So geht es am Freitag in der Nacht los Richtung Moskau, wo ich fuer ein paar Tage bleibe, weil Freunde von meiner Russlandzeit heiraten. Bin ja gespannt, wie Russland nach Indien auf mich wirkt. Am 9. August fliege in die Schweiz ein – bis dann wird wohl auf dem Blog nicht mehr viel passieren.
Liebe Gruesse
Nina