Archiv für Juli 2008

im hohen Norden und tschuess again

Juli 29, 2008

Hier noch eine Kurzfassung von den Erlebnissen hier in Indien. Nach 18h Busfahrt von Delhi war ich ploetzlich in der Schweiz. Berge, Fluesse, Kanten und Ecken. Nur die Leute waren halt immer noch anders. Und den Namen Manali wuerde man auf der Schweizer Karte wohl auch vergeben suchen.. Aber die Leute waren in vielen Hinsichten anders – Touristenplatz.  Zur Abwechslung ist man nicht so aufgefallen, konnte ruhig in den Strassen gehen und wurde am Abend von Filmen, Konzerten, Bars und Parties unterhalten. Es war super erholsam.

Wie in der Schweiz bin ich dort auch wandern gegangen. 3 Tage mit einem Bergfuehrer-Koch und 2 Traegern (der eine mit Gummilatschen und einer grossen Metallkiste auf dem Ruecken, wo die ‘Kueche’drin war, der andere mit grossem Rucksack und Turnschuhen. Ich mit meinen Wanderschuhen – und war heilfroh um diese). Es ging hoch bis auf 4000m, wo wir zum Sieg ein Bad in einem heiligen See genommen haben, trotz Regen und Schnee um uns herum. Eindruecklich war, dass die Landschaft auch auf 3000m noch total gruen ist, mir aber dann doch ein bitzeli schwindlig geworden ist vom Hoehenunterschied. Get high in the mountains – jetzt weiss ich, was das eigentlich heissen soll. Man braucht nur schnellgenug in die Hoehe zu gehen und das High stellt sich gratis ein. :)

Die Wanderung war eine schoene Abwechslung vom sonstigen Indien, Natur pur, kein Gehupe, keine Leute, die irgendwas verkaufen wollen, kein Abfall. Kuehe, Pferde und Schafe hatte es immer noch, aber in einem erheblich besseren Zustand als man sie in Delhi sieht (logischerweise).

Als ich zurueck nach Manali kam, war auch Dani dort und wir haben uns zusammen in Manali unterhalten, bevor er weiter nach Dharmsala ging und ich weiter in den Norden nach Keylong, um noch die andere SEite des Tals zu sehen, wo der Monsun nicht hinkommt und alles viel felsiger ist. Ich war alleine dort, und das war gut so. Im Norden scheinen die Leute ein bisschen anders unterwegs zu sein als im restlichen Indien..

Danach gings wieder zurueck nach Manali und von dort per Bus nach Delhi und von dort per Bus nach Jaipur  – the pink city. War schoen, sehr heiss nach dem kuehlen Norden, indisch, aber witzig. Wir hatten lustige Begegnungen mit Riksha-fahrern und sonstigen gute Witze reissenden Indern. WIr waren am Anfang ganz verwirrt ob all diesen Spruechen. :) (Leider war es oft Situationskomik und drum schwer zu wiedergeben hier… ) Und immer wieder: you happy, me happy.

Jetzt habe ich noch meine letzten Tag in Delhi. Dani ist noch einmal vorbeigekommen, letzte Einkaeufe wurden getaetigt und die Nervositaet steigt langsam. Indien zu verlassen faellt mir nicht so schwer. Was ich vermissen werde ist das internationale Leben, das Essen, die Mangos, die Veloriksha-fahrten, das Chaos, manchmal vieleicht sogar das Feilschen. Was ich nicht vermissen werde ist das stetige nach dem Namen und Land gefragt werden, das Gehupe, das Ewige auf der Hut sein, die gespaltene Rolle als Frau und Auslaenderin, Leute, die nicht zuhoeren, was man gerade gesagt hat (in der Tat ein Problem in der Kommunikation mit vielen Indern)…

So geht es am Freitag in der Nacht los Richtung Moskau, wo ich fuer ein paar Tage bleibe, weil Freunde von meiner Russlandzeit heiraten. Bin ja gespannt, wie Russland nach Indien auf mich wirkt. Am 9. August fliege in die Schweiz ein – bis dann wird wohl auf dem Blog nicht mehr viel passieren.

Liebe Gruesse

Nina

Reisen

Juli 15, 2008

So, mein Praktikum ist fertig und ich bin gestern von meiner Reise nach Darjeeling und Varanasi zurueck. Darjeeling war wunderschoen, in den Bergen, kuehl, supernette Leute, richtig entspannend, richtig unindisch (die meisten Leute sind auch aus Tibet, Nepal oder eben Darjeeling, welches frueher zu Nepal gehoert hat). Wegen Monsun und politischen Spannungen (sie wollen unabhaengig werden) waren sehr wenig Touristen dort und viele Sachen viel billiger (tja, bei wenig Kundschaft sitzt man beim Feilschen am laengeren Hebel). Darjeeling kennen die meisten wahrscheinlich vom Tee her, der dort waechst – und ich als teeophile Person musste natuerlich die Teeplantagen und Fabrik sehen.

Varanasi, die Stadt, in die Hindus zum Sterben reisen, war auch eindruecklich. Wieder warm, aber auch hier Nebensaison und angenehme Leute. Die Leute im Sueden scheinen wirklich anders zu sein. Die Stadt mit ihren vielen kleinen engen Gassen hat mir sehr gefallen, auch wenn es die dreckigste und stinkigste Stadt ist, die ich je gesehen habe. (Um 5 Uhr frueh sind wir mit einem Boot auf dem Ganges gefahren und wollten dem Sonnenaufgang und den Leuten beim Baden zusehen. (Kein Sonnenaufgang, da bewoelkt, das Baden ist verrueckt, da das Wasser aufs Aergste verdreckt ist…) Danach sind wir zu Fuss durch die Strassen gelaufen, noch ohne Fruehstueck im Magen. Was sich so bald wie moeglich aendern wollte – diese Gerueche auf nuechternen Magen sind in der Tat schwer zu ertragen. Auch das eine Erfahrung, die ich noch nie gemacht habe vorher. Mit vollem Magen war dann alles wieder gut.

Jetzt muss ich aber los. Heute abend faehrt mein Bus in den Norden nach Manali, wieder in die Berge, wo die Leute anscheinend wieder freundlicher sind.

Praktikumsende

Juli 3, 2008

So, nun ist es so weit. Mein Praktikum ist vorbei. Ich bin darueber gar nicht so traurig, weil gemacht habe ich sehr wenig. Vieles habe ich mit Enthusiasmus angefangen – bis es dann doch wieder aus irgendeinem Grund gestrandet ist. Zum Beispiel, weil das Projekt, das ich haette dokumentieren sollen, bereits beendet worden ist, ich das aber erst gemerkt habe, als die Frageboegen nicht ausgefuellt werden konnten deswegen…

Aber ich geniesse im Moment die Zeit hier und tue wenig und plane mehr. Am Samstag kommt Dani nach Indien und am Dienstag geht es mit 2 Mitbewohnerinnen los nach Darjeeling, zum Teetrinken in der Hoehe. Weiter ist noch unklar, wo es hin gehen soll, Himalaya oder doch nicht? In den Sueden zu Sarah, Luzius und Co? Es wird sich zeigen..

Folgend noch ein paar Impressionen aus dem indischen Alltagsleben:

auf dem Bazaar

Folgende Situation: Ich suche ein T-Shirt und schlendere durch den Markt. Ich verlasse mich auf meine Augen und ignoriere die Rufe von links und rechts ‘Hello Ma;am, please come in! Hello!“ und steuere auf Orte mit T-Shirts zu. Dort zieht der Verkaeufer schnell eines der haesslichsten T-Shirts hervor und haelt es mir so unter die Nase, dass ich nichts mehr sehen kann. „No, no, I want to look by myself“ „Yes, yes. Do you like this?“, „no.“ So geht es weiter, bis ich etwas gefunden habe, das mir dann doch gefaellt oder bis es mir zu bunt wird und ich weitergehe. Kann manchmal muehsam sein, manchmal aber auch lustig, wenn man sich mit den Verkaeufern darueber lustig macht, wie doof man aussehen wuerde in diesem oder jenem.

hmm.. und ich hatte noch ein paar andere Anekdoten im Aermel… Aber es scheint, dass die mit dem Schweiss davon geflossen sind (kein Buero mehr tagsueber = keine Klimaanlage mehr = Schweiss = Sommergefuehl’.

Queer Pride, Nachtrag

Juli 3, 2008

In den Zeitungen steht, dass am Schluss 700 Leute mitgelaufen sind, ein riesen Erfolg! Auch steht, dass das Thema nun im Parlament (oder so) diskutiert wird. Wollen wir hoffen, dass dem so sein wird.

Und tatsaechlich: das Foto meiner Mitbewohnerin und einer Freundin ist gross in der Zeitung mit dem Kommentar „happy to be together’. (Was sie nicht sehr gefreut hat..) Und heute ist anscheinend dasselbe Bild noch einmal in derselben Zeitung (was sie noch ein bisschen weniger gefreut hat). :)