Zurück und doch noch nicht alles gesagt

August 6, 2008 by fruitilla

So schnell kann es gehen. Nach einem kurzen hochzeitlichen Intermezzo in Moskau sitze ich schon im Garten meiner Eltern (grün!), wireless Internet, Käsefrühstück, kühles Wetter, warmes Wasser so viel man will, Einkaufszentren mit Unmengen an Essen, Ruhe und Musik aus der Stereoanlage. Und Zeit, noch zu schreiben, was bis jetzt keinen Platz hatte. Zum Beispiel über

Frauen in Indien.

Indien ist ein grosses Land, ein Subkontinent, und voller Paradoxen (deutsche Sprache?). Eines sind die Frauen. Indien hat eine der höchsten Prozentzahlen von aktiven Frauen in der höheren Politik. Frauen sind aktiv im Geschäftsleben, ich selbst hatte auch eine ChefIN. Nichtsdestotrotz sind es die Frauen und Mädchen, welchen von den Familien Bildung und Teilnahme am öffentlichen Leben verweigert wird. Wozu in die Schule gehen, wenn sie eh mit 18 verheiratet wird und dann Kinder hat? So werden die Mädchen zu Hause intensiv auf ihr Leben als Hausfrau vorbereitet. Sie helfen der Mutter, lernen zu gehorchen, nähen, kochen, während die Buben draussen spielen dürfen und schon dort die Rolle der Übergeordneten lernen. So sieht man wenig Frauen alleine in Zügen unterwegs (welcher Mann lässt seine Frau schon alleine reisen?). Wenn sie es tut, zieht sie dementsprechend Aufmerksamkeit auf sich, denn es scheint etwas nicht in Ordnung zu sein mit ihr.

Ein anderer Grund, wieso es Mädchen schwer haben in Indien, ist die – gesetzlich abgeschaffte – Tradition der Mitgifte. Ein oder mehrere Mädchen können eine Familie in den Ruin treiben. (Hierbei wird auch klar, wo es Mitgift gibt, ist die arrangierte Hochzeit auch nicht weit. Arrangierte Hochzeiten sind der Normalfall, Liebeshochzeiten die Ausnahme.) Es gibt seit neuem ein Gesetz in Indien, welches die pränatale Geschlechtsbestimmung verbietet, denn es war (und ist?) verbreitet, Mädchen abzutreiben. Aus diesem Grund mangelt es Indien an Frauen, in armen Staaten sind nur 30 -40% der Neugeborenen Mädchen, 10 – 20% sind abgetrieben worden!

Als Westlerin hat man selbst eine Zwiespältige Position inne. Einerseits ist man aus dem Westen, was hohe Lebensqualität und so weiter verspricht. Andererseits haben weisse Frauen hier auch den Nachruf, einfache Frauen zu sein. Im Fernsehen sieht man ja, wie schnell wir Weissen miteinander ins Bett steigen. Und mehr und mehr mögen auch Inder sexy Werbung – wenn viel Haut gezeigt wird, ist das Modell aber meistens weiss. Und das wohl nicht nur, weil helle Haut als schöner eingestuft wird. Aus diesen Gründen, nehme ich an, passiert es, dass man auf offener Strasse begrabscht wird. Die unzähligen “Ma’am, what is your good name” führen manchmal nicht nur zu einem Handshake (was mit einer indischen Frau nie gemacht würde – Körperkontakt zwischen Mann und Frau ist gleich Null!), sondern auch zu einem versuchten Kuss führt. Lästig. Man schwebt also als Westlerin in einer Position zwischen Bewundert und Verachtet werden…

Nicht nur Westlerinnen aber werden belästigt. Sexualität ist in Indien ein riesen Tabu, und brodelt heftig unter dem Deckel. Jede (!) NGO die ich gesehen habe, hat Programme über sexuelle Belästigung, wo den Männern versucht wird zu erklären, dass Frauen es nicht mögen, sexuell Belästigt zu werden. In indischem Stil bleibt es oft beim “eve teasing”, bei Sprüchen und Liedern, die den Frauen nachgerufen/-gesungen werden. Doch wenn Situationen nachgestellt werden, geht es um Situationen wie “Mukesh versucht im Bus immer möglichst nahe bei den Frauen zu stehen, um sie bei Gelegenheit zu berühren.” Und dann wird das diskutiert. Mir wurde auch gesagt, dass einige Inderinnen Nadeln mit sich tragen, mit denen sie Männer stechen, die im Bus oder Zug zu nahe auf ihnen sitzen. Als ich jedoch bei einer Inderin nachgefragt habe, ob das wirklich stimme, hat sie gemeint, dass sie sich das nie getrauen würde.

Umweltbewusstsein

“Say no to plastic bags”, sagt ein Schild in Delhi’s Strassen. Immer und überall bekommt man Plastiksäcke – welche früher oder später auf der Strasse und in einem Kuhmagen landen. In den Bergen scheinen sie diesem Problem bewusst zu sein. In Darjeeling wird der Ladenbesitzer gebüsst, wenn er Plastiksäcke verteilt. Dasselbe gilt für Manali in den Himalayas. Es ist so zwar nicht der Fall, dass die Leute aus Umweltbewusstsein auf Plastik verzichten, aber immerhin, sie verzichten. “Plastic bags, mean Future in Rags”, sagt ein Schild in einem Laden in Darjeeling.

Autofahren in den Himalayas

Da sich meine letzten Reiseberichte sehr kurz gehalten haben, habe ich hier noch eine witzige Ergänzung. Auf dem Weg von Manali über den Rothang Pass – eine Art Gotthard Indiens: auf der einen Seite bewölkt und Monsunwetter, auf der anderen Seite Sonnenschein. Leider war ich unterwegs und habe es nicht geschafft, die Schilder aus dem fahrenden Bus oder Jeep zu fotografieren, so hab ich hier halt nur Text. Ich finde jedoch, die Schilder sagen viel über Land und Leute aus.

  • If you are married, please divorce speed.
  • Keep your eyes on the road, otherwise it will take you heavenly abode.
  • Drive slow, live long.
  • No hurry, no worry.
  • Better Mr. Late than Never.
  • Enjoy the scenery, protect the greenery.

im hohen Norden und tschuess again

Juli 29, 2008 by fruitilla

Hier noch eine Kurzfassung von den Erlebnissen hier in Indien. Nach 18h Busfahrt von Delhi war ich ploetzlich in der Schweiz. Berge, Fluesse, Kanten und Ecken. Nur die Leute waren halt immer noch anders. Und den Namen Manali wuerde man auf der Schweizer Karte wohl auch vergeben suchen.. Aber die Leute waren in vielen Hinsichten anders – Touristenplatz.  Zur Abwechslung ist man nicht so aufgefallen, konnte ruhig in den Strassen gehen und wurde am Abend von Filmen, Konzerten, Bars und Parties unterhalten. Es war super erholsam.

Wie in der Schweiz bin ich dort auch wandern gegangen. 3 Tage mit einem Bergfuehrer-Koch und 2 Traegern (der eine mit Gummilatschen und einer grossen Metallkiste auf dem Ruecken, wo die ‘Kueche’drin war, der andere mit grossem Rucksack und Turnschuhen. Ich mit meinen Wanderschuhen – und war heilfroh um diese). Es ging hoch bis auf 4000m, wo wir zum Sieg ein Bad in einem heiligen See genommen haben, trotz Regen und Schnee um uns herum. Eindruecklich war, dass die Landschaft auch auf 3000m noch total gruen ist, mir aber dann doch ein bitzeli schwindlig geworden ist vom Hoehenunterschied. Get high in the mountains – jetzt weiss ich, was das eigentlich heissen soll. Man braucht nur schnellgenug in die Hoehe zu gehen und das High stellt sich gratis ein. :)

Die Wanderung war eine schoene Abwechslung vom sonstigen Indien, Natur pur, kein Gehupe, keine Leute, die irgendwas verkaufen wollen, kein Abfall. Kuehe, Pferde und Schafe hatte es immer noch, aber in einem erheblich besseren Zustand als man sie in Delhi sieht (logischerweise).

Als ich zurueck nach Manali kam, war auch Dani dort und wir haben uns zusammen in Manali unterhalten, bevor er weiter nach Dharmsala ging und ich weiter in den Norden nach Keylong, um noch die andere SEite des Tals zu sehen, wo der Monsun nicht hinkommt und alles viel felsiger ist. Ich war alleine dort, und das war gut so. Im Norden scheinen die Leute ein bisschen anders unterwegs zu sein als im restlichen Indien..

Danach gings wieder zurueck nach Manali und von dort per Bus nach Delhi und von dort per Bus nach Jaipur  – the pink city. War schoen, sehr heiss nach dem kuehlen Norden, indisch, aber witzig. Wir hatten lustige Begegnungen mit Riksha-fahrern und sonstigen gute Witze reissenden Indern. WIr waren am Anfang ganz verwirrt ob all diesen Spruechen. :) (Leider war es oft Situationskomik und drum schwer zu wiedergeben hier… ) Und immer wieder: you happy, me happy.

Jetzt habe ich noch meine letzten Tag in Delhi. Dani ist noch einmal vorbeigekommen, letzte Einkaeufe wurden getaetigt und die Nervositaet steigt langsam. Indien zu verlassen faellt mir nicht so schwer. Was ich vermissen werde ist das internationale Leben, das Essen, die Mangos, die Veloriksha-fahrten, das Chaos, manchmal vieleicht sogar das Feilschen. Was ich nicht vermissen werde ist das stetige nach dem Namen und Land gefragt werden, das Gehupe, das Ewige auf der Hut sein, die gespaltene Rolle als Frau und Auslaenderin, Leute, die nicht zuhoeren, was man gerade gesagt hat (in der Tat ein Problem in der Kommunikation mit vielen Indern)…

So geht es am Freitag in der Nacht los Richtung Moskau, wo ich fuer ein paar Tage bleibe, weil Freunde von meiner Russlandzeit heiraten. Bin ja gespannt, wie Russland nach Indien auf mich wirkt. Am 9. August fliege in die Schweiz ein – bis dann wird wohl auf dem Blog nicht mehr viel passieren.

Liebe Gruesse

Nina

Reisen

Juli 15, 2008 by fruitilla

So, mein Praktikum ist fertig und ich bin gestern von meiner Reise nach Darjeeling und Varanasi zurueck. Darjeeling war wunderschoen, in den Bergen, kuehl, supernette Leute, richtig entspannend, richtig unindisch (die meisten Leute sind auch aus Tibet, Nepal oder eben Darjeeling, welches frueher zu Nepal gehoert hat). Wegen Monsun und politischen Spannungen (sie wollen unabhaengig werden) waren sehr wenig Touristen dort und viele Sachen viel billiger (tja, bei wenig Kundschaft sitzt man beim Feilschen am laengeren Hebel). Darjeeling kennen die meisten wahrscheinlich vom Tee her, der dort waechst – und ich als teeophile Person musste natuerlich die Teeplantagen und Fabrik sehen.

Varanasi, die Stadt, in die Hindus zum Sterben reisen, war auch eindruecklich. Wieder warm, aber auch hier Nebensaison und angenehme Leute. Die Leute im Sueden scheinen wirklich anders zu sein. Die Stadt mit ihren vielen kleinen engen Gassen hat mir sehr gefallen, auch wenn es die dreckigste und stinkigste Stadt ist, die ich je gesehen habe. (Um 5 Uhr frueh sind wir mit einem Boot auf dem Ganges gefahren und wollten dem Sonnenaufgang und den Leuten beim Baden zusehen. (Kein Sonnenaufgang, da bewoelkt, das Baden ist verrueckt, da das Wasser aufs Aergste verdreckt ist…) Danach sind wir zu Fuss durch die Strassen gelaufen, noch ohne Fruehstueck im Magen. Was sich so bald wie moeglich aendern wollte – diese Gerueche auf nuechternen Magen sind in der Tat schwer zu ertragen. Auch das eine Erfahrung, die ich noch nie gemacht habe vorher. Mit vollem Magen war dann alles wieder gut.

Jetzt muss ich aber los. Heute abend faehrt mein Bus in den Norden nach Manali, wieder in die Berge, wo die Leute anscheinend wieder freundlicher sind.

Praktikumsende

Juli 3, 2008 by fruitilla

So, nun ist es so weit. Mein Praktikum ist vorbei. Ich bin darueber gar nicht so traurig, weil gemacht habe ich sehr wenig. Vieles habe ich mit Enthusiasmus angefangen – bis es dann doch wieder aus irgendeinem Grund gestrandet ist. Zum Beispiel, weil das Projekt, das ich haette dokumentieren sollen, bereits beendet worden ist, ich das aber erst gemerkt habe, als die Frageboegen nicht ausgefuellt werden konnten deswegen…

Aber ich geniesse im Moment die Zeit hier und tue wenig und plane mehr. Am Samstag kommt Dani nach Indien und am Dienstag geht es mit 2 Mitbewohnerinnen los nach Darjeeling, zum Teetrinken in der Hoehe. Weiter ist noch unklar, wo es hin gehen soll, Himalaya oder doch nicht? In den Sueden zu Sarah, Luzius und Co? Es wird sich zeigen..

Folgend noch ein paar Impressionen aus dem indischen Alltagsleben:

auf dem Bazaar

Folgende Situation: Ich suche ein T-Shirt und schlendere durch den Markt. Ich verlasse mich auf meine Augen und ignoriere die Rufe von links und rechts ‘Hello Ma;am, please come in! Hello!” und steuere auf Orte mit T-Shirts zu. Dort zieht der Verkaeufer schnell eines der haesslichsten T-Shirts hervor und haelt es mir so unter die Nase, dass ich nichts mehr sehen kann. “No, no, I want to look by myself” “Yes, yes. Do you like this?”, “no.” So geht es weiter, bis ich etwas gefunden habe, das mir dann doch gefaellt oder bis es mir zu bunt wird und ich weitergehe. Kann manchmal muehsam sein, manchmal aber auch lustig, wenn man sich mit den Verkaeufern darueber lustig macht, wie doof man aussehen wuerde in diesem oder jenem.

hmm.. und ich hatte noch ein paar andere Anekdoten im Aermel… Aber es scheint, dass die mit dem Schweiss davon geflossen sind (kein Buero mehr tagsueber = keine Klimaanlage mehr = Schweiss = Sommergefuehl’.

Queer Pride, Nachtrag

Juli 3, 2008 by fruitilla

In den Zeitungen steht, dass am Schluss 700 Leute mitgelaufen sind, ein riesen Erfolg! Auch steht, dass das Thema nun im Parlament (oder so) diskutiert wird. Wollen wir hoffen, dass dem so sein wird.

Und tatsaechlich: das Foto meiner Mitbewohnerin und einer Freundin ist gross in der Zeitung mit dem Kommentar “happy to be together’. (Was sie nicht sehr gefreut hat..) Und heute ist anscheinend dasselbe Bild noch einmal in derselben Zeitung (was sie noch ein bisschen weniger gefreut hat). :)

First Delhi Queer Pride

Juni 30, 2008 by fruitilla

Dieses Wochenende ist leider der Ausflug zu den Kamasutra-Tempeln geplatzt, aber wir sind ja in Indien und da ist schnell Ersatz gefunden. Gestern war die erste Queer Pride in Delhi und das wollten wir natuerlich nicht verpassen. Sexualitaet ist hier ein solches Tabu und Homosexualitaet immer noch verboten. Da wollten wir doch auch dagegen protestieren und waren natuerlich gleichzeitig auch neugierig, wie die indische schwul-lesbische Szene daher kommt.

20 Minuten bevor sich der Umzug in Bewegung gesetzt hat, waren wir vor Ort – und umringt von einem grossen Polizeiaufgebot, da Gegendemonstrationen und Attacken befuerchtet wurden (was aber nicht passierte). Viele der bereit stehenden Demonstranten waren Auslaender (weil es zu frueh war oder weil sich die Inder nicht trauten?). Auf jeden Fall stuerzte sich die Presse trotzdem auf uns 5 Auslaender – Fotos, Interviews ohne Ende. Wieso sind wir gekommen? Wie sieht die Gesetzeslage in der Schweiz aus? Wieso unterstuetzen wir die schwul-lesbische Szene? Dieses Mal waren die Fotos aber fuer eine gute Sache und nicht einfach fuer ein weiteres Familienalbum und von dem her liessen wir es uns gefallen.

Kaum hat sich der Umzug in Bewegung gesetzt mit Musik, vielen vielen regenbogenfarbenen Faehnchen (die gratis verteilt wurden, wahrscheinlich von einer NGO) und froehlichen Menschen. Erstaunlich viele trugen auch Transparente und Schilder mit sich – z.T. auch vorfabriziert von einer NGO – sodass sich der Umzug blicken liess. Im vofeld haben wir uns nicht vorstellen koennen, wie eine Queerparade aussieht hier. Ausgefallene Menschen sucht man hier normalerweise wie eine Nadel im Heuhaufen. Und trotzdem umsonst. Hier konnte man aber eine handvoll Transvestiten in indischen Kleidern sehen, die wunderbar mit den fuer indische Frauen typischen Bewegungen zur indischen Musik getanzt haben. Haut hat man ganz nach indischer Tradition bei niemandem gesehen, einzelne hatten aber regenbogenfarbige Brillen, Struempfe oder Tuecher.

Nicht wenige Leute im Umzug waren maskiert, wollten ihr Gesicht nicht zeigen. Die Stigmatisierung ist zu gross und kann auf die ganze Familie abfaerben. Zudem ist Homosexualitaet nach wie vor illegal. Wichtig war aber, dass sie dort waren und Indien zeigte, dass es in Indien Homosexualitaet gibt, sie dazu stehen und dieselben Rechte haben sollten, wie alle anderen.

Ich habe mich allerdings auch gefragt, was wohl passiert, wenn eine Tochter aus einer armen Familie lesbisch ist und dies auch lebt – oder zumindest dazu steht. Im Normalfall sichert eine Hochzeit die Existenz der Tochter. Ich bezweifle aber, dass sich ein Ehemann fuer eine lesbische Tochter finden laesst. In der Stadt laesst sich wohl eine Loesung finden, die Tochter findet sich einen Job und versorgt sich selbst. Auf dem Land wuerde sie wohl verstossen, im schlimmsten Fall umgebracht und das Ueberleben der ganzen Familie waere gefaehrdet. Nicht, dass das eine Rechtfertigung fuer die masslose Diskriminierung von Schwulen und Lesben waere, aber dies zeigt auf, wie weit das Land noch zu gehen hat, bis auch in dieser Hinsicht mehr Gleichheit herrscht. Gestern wollten wir das Unsere dazu beitragen, dass sich Indien in Richtung Gleichberechtigung (oder zumindest hoehere Akzeptanz und Legalisierung) bewegt. Und wir hatten unseren Spass dabei. :) Bis jetzt war dieser Umzug einer der froehlichsten und lustigsten indischen Anlaesse.

Wieder mal was zu lesen

Juni 17, 2008 by fruitilla

Mc Donalds

Letztes Wochenende war wieder mal ein Delhi Erkundungswochenende. Zuerst Tempel&Co. Doch dann als wir nach Hause wollten, merkten wir, dass wir nur noch grosse Noten hatten. Nichts, mit dem wir den Rikshawallah hätten bezahlen können. Die einzige Möglichkeit kleineres Geld zu bekommen, war etwas in einem grösseren Laden zu kaufen, was nicht immer ganz einfach ist. In diesem Fall war ein Mc Donald’s das nächste. Und das war – wider Erwarten – ein indisches Erlebnis. Paneer-Burger (Paneer ist ein indischer Kàse, supergut). Ich hatte wegen Magenverstimmung nur Kaffee (….), Katja, meine Mitbewohnerin freute sich dagegen auf einen Chicken Burger (für richtige Fleischesser ist es hier im Vegiparadies manchmal schwierig..). Die Überraschung war nicht klein, als der Burger gut indisch gewürzt daher kam. Was mich als McDonald’s-boykottiererin gefreut, sie dagegen eher frustriert hat.

Aus warm wird heiss, aus heiss wird schwül

 Es ist so weit, der Monsun hat - 2 Wochen frueher als ueblich -begonnen. Es ist immer noch warm, bzw. heiss, aber extrem feucht geworden. Noch nie in meinem Leben habe ich so etwas erlebt, nicht einmal in der Sauna habe ich jedes Mal so geschwitzt, wie ich es hier an einem warmen, feuchten Tag tue. Der Schweiss rinnt den Körper runter, auch wenn man nur im Schatten sitzt. Aber man gewöhnt sich auch an das und trägt einfach ein Schweisstuch mit sich, mit dem man sich in regelmässigen Abständen das Wasser aus dem Gesicht und dem Nacken wischt. Und endlich habe ich den Unterschied zwischen trockener Hitze und feuchter Hitze gelernt: trockene Hitze ist wenn man literweise Wasser trinkt und das Wasser einfach spurlos verschwindet. Es kommt nirgendwo aus dem Koerper. Feuchte Hitze ist wenn das getrunkene Wasser den Koerper herunterlaeuft, statt spurlos zu verdunsten.

 Delhi

Auch nach 2 Monaten ist und bleibt Delhi eine Herausforderung. Die SUVA würde die Stadt verbieten: zu laut, zu stinkig. Ich frage mich manchmal ernsthaft, ob nicht die Hälfte der Leute hier einen Gehörschaden haben. Wenn einem täglich mehrmals direkt superlaut ins Ohr gehupt wird muss das mit der Zeit doch Spuren hinterlassen. In Amritsar habe ich halb amüsiert halb bewundernd ins Ohrinnere eines anderen Touristen geschaut – und dort ein Ohropax gefunden. Vielleicht keine schlechte Idee…

 Reisen

Seit dem letzten Bericht war ich 2 mal unterwegs.

 Agra, 31. Mai – 1. Juni

Ein Wochenendausflug ging nach Agra zum Taj Mahal. Eine unmögliche Stadt, ein eindrücklicher Taj Mahal, wobei ich mich allerdings frage, ob der Besuch der Preis wert war. Ganz prinzipiell, nicht in absoluten Zahlen gemessen. Eine indische Person bezahlt 20 Rupien Eintritt, das Ausländerticket kostet 750!!!! Vor ein paar Jahren bezahlten auch Ausländer nur 20 Rupien, doch dann hat die UNESCO den Taj Mahal zum Weltkulturerbe erkoren – und der Eintrittspreis ist auf 900Rupien in die Höhe geschnellt. Nach allseitigem Protest wurde der Preis minim auf 750 gesenkt.

 Amritsar, 06. – 08. Juni

Vorletzes Wochenende ging es in den Norden an die pakistanische Grenze nach Amritsar, das Mekka der Sikhs. Im Amritsar steht der Goldene Tempel, umgeben von heiligem Wasser. Im Gegensatz zu Agra war hier alles umsonst. Schlafen im Gurudwara im Tempel, Essen mit Hunderten von anderen Leuten, um den Tempel spazieren, in den Tempel gehen (2 Stunden anstehen, auch um 4:30 am Morgen!). Die Leute, waren offen und hilfsbereit und nicht hatten es nicht nur auf Geld abgesehen. Um 11 Uhr in der Nacht führten uns ein paar Buben durch die Tempelanlagen, erklärten in gebrochenem Englisch, was so passiert und haben Kin, einem Trainee, einen Turban gebunden. Mit seinem Bart hat er wie ein richtiger Sikh ausgesehen. J Speziell für Amritsar und Sikh-Tempel im Allgemeinen ist das Essen umsonst für alle. Und das Essen ist gut! Die Organisation des Ganzen mit einer für Indien untypischen Effizienz. Man kommt zur Essenshalle, bekommt einen Teller und eine Wasserschale in die Hand gedrückt, wird weiter gelotst und gebeten, in einer der langen Reihen im Saal am Boden Platz zu nehmen. Hunderte von Leuten sitzen so, und konstant laufen Freiwillig helfende mit Kübeln gefüllt mit Reis, Dal, Chapatis etc etc durch die Reihen und füllen jeden Teller bis alle Mägen gefüllt sind. Sind alle fertig, wird der Raum geputzt, während Hunderte von anderen Leuten im ersten Stock essen. Und bis die fertig sind, ist der Raum unten sauber und neue Leute strömen hinein. So geht das 24 Stunden lang. Irgendjemand von unserer Gruppe hat mit jemandem ein Gespräch angefangen, der jeweils am Sonntag im Tempel arbeitet. Er hat uns nach dem Essen zu Chai eingeladen und und die Küche erklärt. Das war eindrücklich. Hunderte Liter Milch in einem Topf, Hundertausende von Chapatis werden produziert (die Hälfte traditionell von Hand, der Rest von einer Chapatimaschine). Und jeder kann helfen. Ich habe mich am Schluss der Führung zu den Tellerwascherinnen gesellt. Und selbst das Tellerwaschen ist gut organisiert und das Resultat lässt sich sehen! Zuerst werden die Essensreste von den Tellern gewaschen, dann werden die Teller 2 Mal mit Seife gewaschen und 3 Mal in klarem Wasser gespült. Und da die Teller alle aus Metall sind, hinterlässt die Waschkette ein lauter, regelmässiges Geklapper, das die ganze Nacht andauert. Schlafen im Tempel war auch ganz spannend: Nicht alle von unserer Gruppe wollten im Tempel schlafen, sodass wir nur zu dritt (von 15) im Tempel die Schlafräume suchten. Das Prozedere war super unkompliziert. Ein Raum pro Haus ist für Ausländer reserviert (was ich sehr geschätzt habe), ist ein Bett frei, ist es deins und du platzierst dein Leintuch oder Schlafsack um dies zu signalisieren. Für Gepäck hat es Schliessfächer, um zu Duschen eine Dusche. Und in der Nacht wacht ein Sikh-Wächter über uns (und wahrscheinlich die Sitten). Um 4:30 am Morgen wollten wir aufstehen um die Zeremonie zu sehen, wie sie das heilige Buch der Sikhs wecken. Leider geschah das Ganze im Tempel – und ich hatte beim besten Willen eine Lust 2 Stunden anzustehen, um dann zu merken, dass die Zeremonie vorbei ist. Es war unglaublich, wie viele Leute so früh in der Tempelanlage waren. Mehr, als wir am Nachmittag gesehen haben! Und um 11 Uhr nachts sind all die Leute, die am Morgen auf sind, ueberall am Boden verstreut und schlafen einen tiefen und gesunden Schlaf – auf Marmorboden. Wir zogen unsere einfachen Betten im Schlafsaal dennoch vor und waren um 6 Uhr wieder im Land der Träume.

Das normale Touri-Programm in Amritsar beinhaltet auch eine Exkursion an die Pakistanische Grenze. Jeden Abend wir die Grenze mit grossem Tam-Tam von beiden Seiten geschlossen. Ein Volksfest, während dem beide Seiten ihre Macht und Volkszusammenhalt demonstrieren. Die Grenzwächter hüpfen wie eine Mischung zwischen Pferd und Ballerina zum länderteilenden Tor, die Inder rufen „Hindustan“, die Paktistani „Pakistan“. Spannend war aber der Blick über die Grenze: auf der einen Seite die Männer, auf der andern die Frauen mit Tschador oder zumindest Kopftuch. Die geografische Distanz waren nur einige Meter, die Kulturen dem Anschein nach so verschieden.

 Trainee-Leben

Es gibt Luft in unserer WG. Zwei meiner MitbewohnerInnen sind schon abgereist, bald geht der dritte. Es ist direkt komisch, wenn um 7 oder 8 Uhr abends nicht 8 Leute um den Herd tigern und warten, bis eine Pfanne oder eine Platte frei wird. Oder wenn man nach Hause kommt und niemand ist hier. Dafür können wir nun alle normal am Tisch sitzen. Mal schauen, wie lange das so bleibt. In unserer Trainee-Community ist ein ständiges Kommen und Gehen. Am Anfang wird man oft gefragt, wann man denn angekommen sein. Nach einer Weile ändert sich die Frage zu: Wann gehst du? Und das ist nicht bös gemeint.

Und nun bin auch ich ein Opfer der Mageninfektionen, wie sie hier so fast jeder hat. Heute morgen war ich im Spital und habe meine Antibiotika verschrieben bekommen. Ein Durchfall wie dieser gehört verboten! Ich verstehe nun, wieso die Todesursache Nummer eins in Indien Durchfall ist. Ohne Medis – und wichtiger – Wasser, geht jegliche Nahrung unverdaut durch den Körper durch. Schwups und weg.

Arbeit

Letzte Woche hat die Konferenz stattgefunden, in deren Organisation ich verwickelt gewesen war. Das war eine schwere Geburt, zumindest für mich. Email-Kommunikation funktioniert nur, wenn man anruft, sobald man das Mail geschrieben hat und es gegebenenfalls nochmals schickt oder an eine andere Adresse, weil die Adressen schneller wechseln als die Updates auf den Homepages und Dokumenten. Oder aber die Person checkt einfach die Mailbox nicht. Organisiert man eine Sitzung, muss man zudem darauf gefasst sein, dass die Leute nicht erscheinen, wenn man ihnen nicht mindestens 2-mal täglich hinterher telefoniert. An einem gewissen Punkt war für mich das Chaos so gross und die ewigen Änderungen im Konzept so frustrierend, dass ich dankbar war, die Federführung abgeben zu können und einfach irgendwo ein kleines Rädchen spielte. Nicht genau, was ich mir vom Praktikum hier erhofft habe, aber auf jeden Fall eine interkulturelle Lebenserfahrung (auch wenn mir von der anderen Organisation, die dann die Federführung übernommen hat, versichert worden ist, dass das ein sehr untypischer Organisationsablauf war): Hochrangige Namen zierten unsere Einladung, Geld floss ganz plötzlich von der UNICEF und dem Staat und das Ganze schien ein Erfolg gewesen zu sein. (Da alles in Hindi war, habe ich sehr wenig vom Ganzen verstanden, obwohl ein Arbeitskollege sich Mühe gegeben hat, mir zu erklären, was passiert.)

 Mobile loss

 Die Zurückeroberung meiner alten indischen Telefonnummer hat sich zu meiner Freude wider Erwarten als Spaziergang erwiesen. Man muss nur 2 Sachen tun: a) Man schreibt ein Zettel von Hand, in dem geschrieben steht, wie das Natel verloren geganen ist, wo und wann und dass man dieselbe Nummer wieder haben möchte. Der Officer drückt einen Stempel und eine Unterschrift aufs Papier (gratis!) und mit dem Zettel konnte ich in den Vodaphone Laden, bezahlte 100 Rupien und hatte meine Nummer wieder, sogar mit dem alten Kredit (der glückliche Finder meines alten Natels hat jedoch gute Arbeit geleistet und fast alles wegtelefoniert). Jetzt habe ich wieder ein Nokia, das einen Bollywoodsong spielt, wenn jemand anruft und das Hindi-zeichen auf der Tastatur hatte. Es ist zwar einiges weniger spektakulär als das Telefon, das ich als Übergangsnatel hatte, das jeden Knopfdruck in Hindi kommentiert hat, dafür lässt es sich VIEL besser bedienen.

lost mobile

Mai 26, 2008 by fruitilla

wer immer meine indische Natelnummer hatte: im Moment ist sie ungueltig und vielleicht bleibt sie das. Ich habe mein Natel verloren (ich glaube, es ist mir in der Riksha auf dem Weg zum Bahnhof aus dem Rucksack gefallen. Wenn nicht, wurde es gestohlen. Was aber im Endeffekt keine Rolle spielt).

Blitzgruss

Nina

Monsun Vorgeschmack

Mai 23, 2008 by fruitilla

 

Die letzten drei Tage hatten wir einen Vorgeschmack auf den Monsun! Es sollte noch mindestens einen Monat dauern, bis  der Monsun einsetzt, aber bereits sind die Strassen unter Wasser, und die Temperaturen sind von 38 auf unter 20 gefallen. Nass und kuehl, wie in der Schweiz.

 

 

Natuerlich regnete es zum ersten Mal, als ich zur Arbeit wollte. Ich habe gerade einem Auto-Rikshafahrer gesagt, er koenne ohne mich weiter bei diesem Preis – und wusch hat es zu regnen angefangen. Mit vielen anderen Indern habe ich an der Bushaltestelle Schutz vor dem Regen gesucht. Aber da das Dach Loecher hat, war das Unternehmen nur halb wirksam.

 

Na ja, auf jeden Fall hat es 3 Tage hintereinander am Morgen geregnet, keine leeren Autorikschas waren zu finden, somit keine Moeglichkeit, zur Arbeit zu gehen. Na ja, man ist in Indien und findet das nicht so tragisch. Man wird weiser und wartet am naechsten Morgen zu Hause im Trockenen, bis der Regen nachlaesst, die Rush-hour durch ist oder man den Willen hat, in den Regen zu gehen (zum Glueck habe ich einen Schweizer Regenschirm als Mitbringsel eingepackt! Der hat schon seine besten Dienste erwiesen, auch wenn es sich komisch anfuehlt, mit einem roten Regenschirm mit weissen Kreuzen drauf um die Seen auf der Strasse zu taenzeln).

Gestern hat es den ganzen Tag geregnet. Unglaublich. Ich trage geschlossene Schuhe und ein Halstuch (bei mir in der Wohnung sind alle noch erkaeltet von dem ewigen Wechsel zwischen Klimaanlage und Hitze auf der Strasse… Zudem soll man nie zu frueh sagen, man sei topgesund. Wir haben auch grad ein epidemisches Magenunwohlsein in verschiedensten Graden in der Wohnung. Seit 3 Tagen essen alle meine schweizer Magenmedikamente und Reis ohne Sauce – ich inbegriffen.)

 

Aber wie dem auch sei. An unserem ‘girls evening’ in einem Café (wo wir die Bedienung gebeten haben, die Klimaanlage doch bitte auszuschalten, weil wir alle nass waren und es draussen ja eh kalt war) haben wir mit Genuss warmen Tee getrunken. Die Rueckfahrt durch die grossen Wassermassen auf der Strasse war eindruecklich, Jennifer hat ein Video davon gemacht, vielleicht ist das bald einmal online zu sehen.

 

So, und nun zurueck an die Arbeit

 

Liebe Gruesse,

Nina

Alltagsblabla, 16.5.08

Mai 16, 2008 by fruitilla

Hallo zusammen!

 

Hier ein neuer meiner, mit indischer Regelmaessigkeit erscheinenden, weekly reports. Heute geschrieben zur Beschaeftigungstherapie aus meinem Buero.

Beginnen wir doch gleich hier:

 

Arbeit

 

Die Antwort, ob mir mein Prakti gefaellt, aendert sich stuendlich. Manchmal scheint alles vowaerts zu gehen und ich habe tausend Plaene im Kopf, was ich denn alles wie machen werde. Eine Stunde spaeter sind die Plaene wieder am Boden (wegen mangelnden Hindi-Kenntnissen, geaenderten Prioritaeten in meinem Aufgabenbereich oder weil nun ein anderes Projekt ploetzlich vorwaerts geht.). Vorgestern war alles top und heute ist flaute. Und meine Chefin an einer Konferenz. Aber ich habe jetzt Internet und so ist fuer Unterhaltung gesorgt.

 

Stromausfaelle II

 

Ich habe in einem der letzten Berichte ueber Stromausfaelle berichtet. Tage spaeter sah ich in der Zeitung, dass es in einem anderen Stadtteil von Delhi Aufstaende gegeben hat, weil die Stromversorgung jede Nacht fuer mehrere Stunden unterbrochen war und die Leute wegen der Hitze nicht mehr schlafen konnten (Strom weg = Ventilator steht still = Schweissausbruch). Seither hat sich die Situation drastisch gebessert. Ob das am Aufstand oder an den tieferen Temperaturen liegt, weiss ich nicht. Wir haben in unserer Wohnun einen Cooler installiert bekommen. Das ist ein RIESENkasten auf dem Balkon, der seiner Groesse entsprechend Laerm macht. Nun koennen wir waehlen – Hitze oder Laerm. Wir haben uns gestern darauf geeinigt, den Cooler am Abend einzuschalten um die Wohnung zu runterzukuehlen, und dann in der Nacht mit dem Ventilator zu schlafen. Ich hatte einen tiefen, gesunden Schlaf.

 

Gesundheit

 

Manche Fragen mich, wie es denn so mit Durchfall und so aussieht. Bis jetzt strotze ich vor Gesundheit. In der Zeit, in der die Temperaturen angestiegen sind, haben die Koerper meiner MitbewohnerInnen mit den Aussentemperaturen mitgezogen. 39 Grad inside temperature, 45 outside temperature. Ich bin nicht boese, dass mein Koerper bei 36,7 inside Temp geblieben ist.

 

worldpress ;)

 

Eigentlich wollte ich in diesem Bericht ueber eine Zeitung schreiben, welche immer auf den ersten zwei Seiten den Verkehr von Delhi zum Thema hat. Jeden Tag. Und manchmal auch super Illustrationen dazu. Doch als ich die Illustrationen herausreissen wollte, war ich zu spaet. Zuerst war ChinaChinaFamilieaufsLand fliehen konnte und dort die naechsten 2 Monate verbringen wird, weil waehrend dieser Zeit Nachbeben erwartet werden. Komisch, sich vorstellen zu muessen, dass 60% der Stadt, in der man wohnt, nun ein Truemmerhaufen ist. Wenigstens kann bei einem Erdbeben niemand etwas dafuer. hat in meiner Wohnung ein kleines emotionales Beben ausgeloest: Einer meiner Mitbewohner kommt aus dieser Region. Da alle Verbindungen in der Region gegen aussen abgebrochen waren, wussten wir nicht, ob er demnaechst nach Hause fliegen wuerde. Jetzt wissen wir, dass seine an der Reihe, einen Tag spaeter, ein Anschlag in Jaipur, eine Stadt in Rajastan. Das Erdbeben in

 

Trainee-Leben

 

Sonst lebe ich hier mein Leben, war auf einer Abschieds- und Geburtstagsparty eines Amerikaners und habe mich gefuehlt, wie an einer Party, die man sonst von Filmen her kennt. Im Garten mit Bar und DJ. Niemand wusste, wo die Party genau war, weil sie im Garten eines seiner Freunde war. So sind wir eine Autorikscha ueberfuellt und sind losgefahren – und nach 1,5h holpriger Irrfahrt in einem Luxus-Aussenquartier gelandet. Von Indien direkt nach Amerika. So klein ist die Welt.

 

So, jetzt warte ich noch auf die Frau, die den Chai bringt und dann gehe ich nach Hause und packe meine Sachen, fuer unseren Wochenendausflug nach Udaipur.

 

Liebe Gruesse,

Nina

 

PS: Alle die auf Fotos warten: Schnelles Internet ist noch zu erfinden hier. Und da ich selten lange im Netz bin, muss ich euch wahrscheinlich auf den August vertroesten.